Was ist mit Paul Haggis? Wer ist diese Person?

Ich bin eine Scientologin. Viele Menschen sind dies auch, einige arbeiten als Filmregisseur, andere fahren Busse. Mitglieder der Scientology kann man in allen Arten von Berufen finden. In all meinen Jahren in Scientology, in Kalifornien, hörte ich nie von "Hollywood-Regisseur“ Paul Haggis, bis er – über die Medien – zu einem Ex-Scientologen wurde, im Jahr 2009. Ich sprach mit Menschen, die tatsächlich von ihm gehört hatten und die auch ihn trafen. Ich hörte eine Menge persönliche Meinung, aber ich möchte nicht über diese hier sprechen. Noch wichtiger sind einige Tatsachen, die aufweisen, dass der Kerl seit mehr als 20 Jahren kein Scientologe war. Er sagte das selbst in einem Interview im Jahr 2011, dass er seit etwa 1987 oder 1988 nicht weiter Scientology Auditing machte. Also, was ist seine grosse Sache jetzt, im Jahr 2011? Vielleicht kann seine langjährige Geschäftspartnerin und Schwester dies etwas ins Licht rücken. In ihrem Blog hatte Sie kürzlich (Februar 2011) einen Brief veröffentlicht, den sie an The New Yorker geschickt hatte. Es öffnet ziemlich die Augen, weshalb ich ihn untenstehend vollständig publiziere.
– Louanne 
So, hier ist das Schreiben: 
 

Gesendet: Mittwoch, 16 FEBRUAR 2011 17.35 Uhr 
Zu: David Remnick (The New Yorker, Chefredakteur) 
Betrifft: Paul Haggis / Die Abtrünnigen, 14. Februar 
 
Sehr geehrter Herr Remnick, 
 
In schreibe in Bezug auf Ihren Hintergrundartikel zu Paul Haggis (Der Apostat, Feb. 14), wie Sie wissen, bin ich Paul’s Schwester und ich unterhielt enge persönliche und berufliche Beziehungen mit ihm während der ersten 18 Jahre seiner Karriere. Während Mr. Wright’s Artikel mit falschen und unwahren Aussagen über Scientology gespickt ist, können die Vorwürfe von Paul Haggis insbesondere auf drei wesentliche Punkte entwirrt werden:
 
1. Als Paul seinen "Austritt" im Jahr 2009  ankündigte, fand ich es schwer, das ernst zu nehmen, da meines Wissens er keine bedeutende Anteilnahme in den letzten 20 Jahren an Scientology hatte, noch wirklichen Fortschritte beim Studium der Religion seit 1977 gemacht hatte.
 
Aus meiner direkten Beobachtung (und ich sah ihn in der Regel jede Woche, wenn nicht sogar täglich, während der Jahre von 1978 bis 1995) hat die Kirche nie etwas anderes ausser Positives für Paul geleistet. Er kam nach Los Angeles mit der Absicht, ein professioneller Schriftsteller zu werden, leider ohne Erfahrung und ohne Kontake – bloss ein weiterer „Möchtegern“. Das Scientology Celebrity Centre stellte die Kontakte her, mit welchen er seine Karriere lancieren konnte. Diese Beziehungen führten zu seinem ersten freiberuflichen Aufträgen und später sicherte sie ihm den ersten Job als Dramaturg an einer Primetime-Sitcom. Danach hatte Paul Fuss gefasst und konnte von Show zu Show vorangehen. Paul wurde von der Kirche ausserordentlich wohlwollend behandelt, bevor er Erfolg hatte, und danach. Vor seinem Austritt hat er nie eines der Themen erwähnt, die er jetzt in Frage stellt. 
 
2. Pauls Tochter (die laut ihm diskriminiert wurde, aber die selbst keine solche Anklagen erhebt) wurde von der Scientology Kirche mit offenen Armen willkommen geheissen. Ihre sexuelle Orientierung war nie ein Thema und ich überprüfte mit ihr persönlich, dass sie sehr glücklich mit den erhaltenen kirchlichen Diensten war, und sie freute sich, mehr darin zu tun. Der einzige Grund, weshalb sie aufhörte, war, dass sie von Paul entmutigt wurde, an der Kirche teilzunehmen und er sie ausserhalb der Stadt schickte, um aufs College zu gehen. Wenn eine fehlgeleitete Jugendliche später abfällige Bemerkungen darüber machte, dass meine Nichte „gay“ sei, so ist dies eine Schande, aber das widerspiegelt bloss die schlechten Charakter-Eigenschaften dieser Einzelperson. Die Mitgliedschaft in der Kirche ist offen und spiegelt die Gesellschaft, deren Teil sie ist. Wenige homosexuelle Menschen haben nicht die Erfahrung gemacht, von einem Ersatz-"Freund"  eine negative Reaktion zu kriegen, als sie sich zu ihrer Homosexualität öffentlich bekannten. Allerdings sind alle meine Nichten starke, gebildete, privilegierte junge Frauen, die durchaus in der Lage sind, den Unterschied zwischen Fakten und dem zu unterscheiden, was bloss ein paar wenige Gerüchte sind.
 
Pauls Verhalten weist bei diesem Thema eine tiefe Doppelmoral auf. Er behauptet, er trat aus Scientology aus, da die Kirche nicht Stellung zu einem entsprechenden politischen Vorhaben in Kalifornien nahm, und stattdessen zu dem Thema neutral blieb. Hingegen verbleibt Paul der römisch-katholischen Kirche eng verbunden und unterstützt sie, in der er während 10 Jahren aufgezogen und erzogen wurde. Die Römisch-Katholische Kirche ist ausgesprochen Anti-Homosexuell, vielleicht eine der grössten, öffentlichen anti-homosexuellen Institutionen auf der Erde. Also, warum ist Paul nicht auch aus  der katholischen Kirche wegen diesem Thema ausgetreten? Warum hat er stattdessen seine Bemühungen verstärkt, um die Aufmerksamkeit der Presse auf die katholische Wohltätigkeitsorganisation zu lenken, die er in Haiti unterstützt? Während die Arbeit, die Vater Frechette leistet, enorm ist, und sicherlich Unterstützung verdient, stellt sich dennoch die Frage, weshalb Paul – wenn er sich tatsächlich so über die Diskrimination von Schwulen aufregt – er Millionen von Dollars an Spenden für eine Mission sammelt, die von der RKK gegründet wurde. Gibt es keine ehrenwerten nichtreligiösen Hilfsorganisationen, die sich damit befassen, den Haitianern zu helfen? 
 
Kurioserweise macht Paul auch Werbung für die Anerkennungen, die er von mehreren katholischen Vereinen erhalten hat. Warum gibt er die Auszeichnungen nicht zurück, die ihm verliehen wurden, begleitet von einer festen, öffentlichen Distanzierung  von deren diskriminierenden Praktiken? 
 
Ich vermute, Paul kann und wird, behaupten, dass er nicht aus der Römisch-Katholischen Kirche austrete, weil er seit Jahren kein praktizierender Katholik sei. Aber, wie hier gezeigt, war er auch kein praktizierender Scientologe -also warum greift er sich die Scientology Kirche heraus? 
 
3. Paul geht ausführlich drauf ein, um Ihre Leser davon zu überzeugen, dass er gründliche Nachforschungen bezüglich dem anstellte, was er als Mängel der Kirche wahrnimmt. Er hat sogar einem unserer Geistlichen gesagt, "Recherche ist etwas, worauf ich stolz drauf bin." 
 
In all den Jahren, in denen ich mit Paul arbeitete, hat er nie einen Schimmer an  Recherchen gemacht. Ich weiss das, denn sehen Sie, ich habe jeweils für ihn die Recherchen gemacht. Und selbst wenn ich es ihm unter die Nase mit Kreisen und Pfeilen hielt, hat er es nicht gelesen.(Und wenn ich es nicht für Dich tat, Paul, so war es deine Frau oder dein Vater oder deine Tochter, oder dein Assistent oder der Praktikant, aber nie und nimmer Du. Und du hast dir die Recherchen auch nie angesehen, wenn du es vermeiden konntest, nicht wahr? Für das Protokoll: Google-Suche auf den Webseiten der Extremisten, die eine beliebige Anzahl von Lügen in einem Versuch anbringen,  um ihre frühere Religion anzuschwärzen, gilt nicht als legitime "Recherche".) 
 
Die bittere Wahrheit ist – und sogar Paul wird dies zugeben -, dass er eigentlich nicht die angeblichen Mängel erfuhr oder beobachtete, von denen er behauptet, dass sie in unserer Kirche existieren würden. Keine. Wenn Sie also die reichliche Menge an Internet Müll ausräumen, den er las und nachplapperte, was hat noch, wenn überhaupt etwas, von Pauls Beschwerden den Hauch von Legitimität? 
 
Er behauptet, dass er nach Erlösung strebte, um vor sich selbst erlöst zu werden, und dass dies nicht passierte.
Er las die Erfolge von so vielen anderen und konnte nicht glauben, jemand  anderer könnte derart glücklich sein, oder dass sich ihre Beziehungen so verbesserten und war enttäuscht, als er selbst nicht dieselben Gewinne erlangen konnte. 
Er beklagte, dass er mit Respekt und Höflichkeit und Freundschaft behandelt wurde, von der er spürte, dass er sie nicht verdiente. 
 
Wie schrecklich. 
 
Paul gesteht in Ihrem Artikel, dass er zu Scientology als ein Individuum mit vielen schlechten Eigenschaften kam. Er gesteht halbherzig eine düstere, wenn nicht kriminelle Vergangenheit ein, und nennt sich selbst "ein schlechtes Kind." An diesem Punkt im nervtötend  langwierigen Artikel von Mr. Wright überrascht es mich, einen unerwarteten Kern an Wahrheit auftauchen zu sehen. Paul’s Eingeständnis, dass er sich seit langer Zeit nicht davor zurückhalten konnte, schädliche Handlungen gegen andere zu begehen, ist der ehrlichste Kommentar, den ich von ihm jemals zu hören bekam, und obwohl ich jegliche Bemühung lobend anerkenne, die dazu führt, reinen Tisch zu machen, ist allein die Tatsache, dass er so hart daran arbeitete, das zu entschuldigen und zu verschleiern was es noch mehr zu erzählen gibt, ein Anzeichen dafür, dass es da einen Eisberg von  titanischer Grösse gibt, der noch unter der Oberfläche steckt. 
 
Paul schaffte es nicht, ein sehr einfaches, aber sehr wirkungsvolles Prinzip der Scientology zu verstehen: Saubere Hände schaffen ein glückliches Leben. Wenn ein Individuum sich nicht selbst im Zaum halten und die Einhaltung eines ethischen Standards lange genug befolgen kann, um Hilfe empfangen zu können, dann gibt es für diese Person keine Chance auf Erlösung. Und Paul räumte ein, dass er, als es wirklich drauf an kam, er nicht die ihm aufgezeigten Schritte machte, welche ihm geholfen hätten, um stabile Fortschritte zu erlangen.
 
Stattdessen hat Paul sich entschieden, einer andern Gruppe beizutreten, mit der ihn mehr Gemeinsamkeiten verbinden: andere Abtrünnige, die es nicht geschafft hatten, selber den kirchlichen Ethikanforderungen nachzuleben. In Ihrem Artikel nutzt er ihre sorgfältig geschliffenen Lügen, um den Ruf der Führungskräfte der Kirche durch den Dreck zu ziehen, und fügt dem dann seine eigene clevere Note hinzu: Er macht eine Menge Lärm darum, dass die Kirche in ein paar Jahren nach Rache suchen wird. Ich vermute, er hofft, dass dieser Versuch Schall und Rauch erzeugt, um jeden Zweifel an dem zu zerstreuen, was immer er sonst noch getan hat, sollte es je ans Tageslicht kommen.
 
Paul hat immer  eine Vorliebe für profilierte Kreuzzüge gehabt, aber dieser ist auf fadenscheinigem Hörensagen gegründet, für welchen Zweck auch immer, und dies ist schlicht unzumutbar. 
 
Mit freundlichen Grüssen
 
Kathy Haggis 
 
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