Religionsfreiheit braucht Gehör: Nachlese zum Europäischen Forum in Frankfurt

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Mehr als 200 Gäste aus 13 Religionen und Weltanschauungen kamen am 22. August 2026 in Frankfurt und online zum Europäischen Forum für Religionsfreiheit und Menschenrechte zusammen. Unter dem Motto «Voices be Heard» standen persönliche Erfahrungen mit religiöser Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung sowie die Bedeutung eines offenen Dialogs im Mittelpunkt.

Unterschiedliche Stimmen – ein gemeinsames Anliegen

Anlässlich des Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aufgrund von Religion oder Weltanschauung veranstaltete FOREF (Forum for Religious Freedom Europe) gemeinsam mit HWPL Deutschland das Europäische Forum für Religionsfreiheit und Menschenrechte in Frankfurt am Main.

Über 200 Gäste aus 13 Religionen und Weltanschauungen nahmen vor Ort oder online teil. Vertreter unterschiedlicher Gemeinschaften sowie Fachleute berichteten über Erfahrungen mit Gewalt, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Dabei ging es ausdrücklich nicht darum, die sehr unterschiedlichen Erfahrungen miteinander gleichzusetzen, sondern den Betroffenen Raum zu geben, ihre Sicht darzustellen. FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa

Das Programm spiegelte diese Vielfalt wider: Zu Wort kamen unter anderem Vertreter der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der jesidischen Gemeinschaft, des World Uyghur Congress, der Baha’i, der Tibet-Initiative Deutschland, des Shaolin-Tempels Marburg sowie verschiedener neuerer Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa

Religionsfreiheit beginnt mit Zuhören

Michael Langhans, Executive Director von FOREF Deutschland, stellte in seiner Eröffnungsrede einen einfachen Gedanken in den Mittelpunkt: Wer Religionsfreiheit schützen will, muss bereit sein zuzuhören.

Er verwies darauf, dass Religionsfreiheit eng mit Meinungs- und Pressefreiheit verbunden ist. Aus seiner juristischen Praxis berichtete Langhans zudem über die Schwierigkeiten, mit denen Angehörige neuer religiöser Bewegungen konfrontiert sein können, wenn öffentliche Vorurteile einer sachlichen Auseinandersetzung im Wege stehen. Er plädierte deshalb für rechtsstaatliche Grundsätze, einen offenen Dialog und dafür, Betroffene selbst zu Wort kommen zu lassen. FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa

Diese Haltung prägte die Veranstaltung: «We listen but we don’t judge» – zuhören, ohne vorschnell zu urteilen.

Michaela Gross berichtet über Scientology in Deutschland

Zu den Rednerinnen gehörte auch Michaela Gross, Präsidentin der Scientology Kirche Frankfurt. Sie sprach über Erfahrungen von Scientologen mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung in Deutschland.

Gross thematisierte unter anderem sogenannte «Sektenfilter» oder «Schutzerklärungen». Dabei verwies sie auch auf den bekannten Münchner E-Bike-Fall, bei dem einer Scientologin eine kommunale Förderung zunächst verweigert worden war, weil sie eine entsprechende Erklärung nicht unterzeichnen wollte. Gross schilderte ausserdem persönliche Erfahrungen und Beispiele aus dem Berufs- und gesellschaftlichen Leben von Scientologen. Diese Darstellungen geben ihre Perspektive und die von ihr vorgetragenen Erfahrungen wieder. FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa

Gerade ihr Beitrag verdeutlichte damit einen zentralen Gedanken des Forums: Religionsfreiheit zeigt sich auch darin, kontrovers betrachteten oder gesellschaftlich wenig akzeptierten Gemeinschaften die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Sicht öffentlich darzustellen.

Ein gemeinsames Bekenntnis zur Religionsfreiheit

Zum Abschluss unterzeichneten teilnehmende Vertreterinnen und Vertreter eine gemeinsame Erklärung. Darin bekannten sie sich zu gegenseitigem Respekt zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie zur Wahrung von Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Botschaft des Forums lässt sich dabei auf einen wesentlichen Punkt bringen: Religionsfreiheit setzt nicht voraus, dass Menschen dieselben Überzeugungen teilen. Sie schützt vielmehr gerade das Recht, unterschiedlich zu glauben und zu denken und dennoch frei und sicher miteinander leben zu können. FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa

Die ausführliche Nachlese von FOREF enthält die Zusammenfassung der Veranstaltung sowie Links zu den einzelnen Redebeiträgen und weiteren Informationen. Ein Blick auf den vollständigen Bericht lohnt sich, denn die unterschiedlichen Stimmen vermitteln ein wesentlich umfassenderes Bild davon, welche Herausforderungen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit heute beschäftigen.

Weitere Informationen

FOREF – vollständige Nachlese zum European Forum for Religious Freedom and Human Rights:
Nachlese zum Europäischen Forum in Frankfurt

Beitrag von Michaela Gross – «Diskriminierung von Scientology in Deutschland»:
Rede von Michaela Gross bei FOREF

FOREF – Forum Religionsfreiheit Europa:
FOREF – Religionsfreiheit und Menschenrechte

Scientology Fakten – Beitrag zum Verfassungsschutz und zu sogenannten Sektenfiltern:
Massives Versagen des Verfassungsschutzes Deutschland – Fahrrad fahren wird zur Gesinnungssache der Sektenfilter

Buch „L. Ron Hubbard and Scientology Studies“ von Donald A.Westbrook (Cambridge Elements)

Cambridge Elements wurde 2019 von Cambridge University Press als ehrgeiziges neues Konzept für das wissenschaftliche Publizieren ins Leben gerufen. Die Idee war, führende Gelehrte in einer Vielzahl von Bereichen zu bitten, einen kurzen, von Fachleuten begutachteten Leitfaden zu dem Thema zu schreiben, auf das sie sich spezialisiert haben, in der Hoffnung, dass er in den kommenden Jahren zu einer wichtigen Referenz für College-Studenten werden wird.

Massives Versagen des Verfassungsschutzes Deutschland. Fahrrad fahren wird zur Gesinnungssache – der Sektenfilter!

FOREF – Forum for Religious Freedom Europe – ist eine unabhängige, überkonfessionelle Menschenrechtsorganisation. Sie setzt sich für den Schutz der Religions- und Weltanschauungsfreiheit (FORB Freedom of Religion or Belief) sowie anderer grundlegender Menschenrechte ein und wurde 2005 in Wien gegründet. Hier geht es um den Sektenfilter und den Verfassungsschutz und um Sie!

Scientology und Kinder

Was sagt Scientology resp. L Ron Hubbard zu diesem häufig diskutierten Thema. Sie werden staunen!